• Lexa Schulz

Gefühle und Selbstliebe

Eines der wichtigsten und erstmal auch herausforderndsten Themen auf meiner eigenen Entwicklungsreise ist das Thema Selbstliebe. Und damit auch die Themen Selbstwertschätzung und Selbstvertrauen. Zu sagen, dass ich mich selbst liebe und, dass ich mich wertschätze wie ich bin und in allem was ich tue, ist in diesem Prozess wahrscheinlich das Leichteste. Aber wie fühlt sich Selbstliebe an? Was bedeutet es, dass ich mich wertschätze und Vertrauen in mich habe? Und viel wichtiger, wie lebe ich diese Werte in meinem Alltag? Oder sind sie nur so lange präsent bis der nächste Stress kommt?


Für mich war das Zulassen aller Emotionen einer der wichtigsten Schritte. Mich selbst wahrzunehmen mit allem was eben dazugehört und dies bewusst zu fühlen. Neben der Arbeit an mir, haben mich hierzu auch Menschen aus meinem Umfeld getriggert. Das einfachste Beispiel, das wahrscheinlich jeder kennt, ist die Frage "Wie geht es dir?". Mal ganz ehrlich, wie häufig beantworten wir die Frage richtig ehrlich? Und wie oft antworten wir mit einem knappen "Gut". Mein aktueller Favorit ist übrigens "Gut, wie immer". Ich muss mich in solchen Momenten ziemlich zusammenreißen um meinen Gegenüber nicht zu fragen ob er / sie es nicht selber ziemlich monoton und eintönig findet. Das ist es natürlich nicht, denn ein Auf und Ab gehört bei jedem zum Leben dazu. Ansonsten würden wir ja die "tollen" Momente und Begegnungen nur noch als selbstverständlich wahrnehmen und könnten unser Wachstumspotential in den "schwierigen" Momenten gar nicht erkennen. Bei vielen Menschen ist es einfach eine Art "Schutz". Sich verletzlich zu zeigen und ehrlich über die Gefühle, Stimmungen und Gedanken zu reden, die einen wirklich umgeben, ist leider in unserer Gesellschaft (noch) ungern gesehen und wird häufig als Schwäche angesehen. Meiner Meinung nach ist jemand, der diese Verletzlichkeit zulässt und sich so ehrlich nach außen zeigt definitiv stark. Ich habe spannenderweise für mich festgestellt, dass wenn ich laut ausgesprochen habe wie es mir wirklich geht, ganz neue Räume aufgehen und ich diese Emotionen ganz anders reflektiere. Dazu finde ich, dass das Aussprechen unsere Gefühle und Gedanken uns aus der Opferrolle hinausholt. Wir sind nicht unsere Gedanken und Gefühle. Wir haben Gedanken und Gefühle. Jeder Mensch. Das macht uns nicht schwach, das verbindet uns auf individuellste Art und Weise. Als ich feststellen durfte, dass ich mich selber aus dieser "Opferrolle" befreien kann, ist mir eine riesige Last von den Schultern gefallen. Ecke ich damit manchmal bei Menschen an, die nicht damit klarkommen? Auf jeden Fall! Dennoch fühlt es sich für mich so viel besser an auszusprechen, was mich bewegt. Und ich habe gemerkt, je mehr ich mich öffne, desto leichter fällt es auch meinem Umfeld. Desto tiefer werden die Gespräche und daraus wächst Vertrauen. Damit meine ich nicht nur das Vertrauen in andere Menschen, sondern auch das Vertrauen in mich selbst. Und wenn ich abends im Bett sitze und überlege wofür ich an diesem Tag dankbar bin, spüre ich eine viel größere Dankbarkeit dafür, dass ich mich an diesem Tag geöffnet habe und meine Wahrheit ausgesprochen habe, als die für die Tasse Kaffee am morgen (die natürlich auch gut war ;-)).


Ich durfte für mich auch erkennen, dass mit dem Zulassen der Gefühle für mich viel deutlicher wurde, welche Bedürfnisse ich habe. Ohne dass ich mir Ablenkung gesucht habe, weil gerade ein Gefühl hochgekommen ist, das ich nicht spüren wollte. Ich habe gelernt ehrlich zu mir sein. Und auch hier kann ich aus meiner Vergangenheit sagen, dass je länger und häufiger man versucht ein Gefühl zu unterdrücken, desto stärker und im unpassendsten Moment kommt es auf einmal richtig hoch. Vielleicht kennen es einige: man ist seit Wochen gestresst, rennt von einem Termin zum Nächsten, vernachlässigt es auf den Körper zu hören, der Ruhe fordert und dann gibt es meistens ein Wort oder eine Aktion, die das gesamte Fass zum überlaufen bringt und ein Gefühl, dass vielleicht gar nicht so explosiv gewesen wäre, bricht komplett aus einem heraus.


Wir haben es selbst in der Hand.

Ich hoffe, dass ich dir mit dem Artikel eine kleine Inspiration mitgeben darf, demnächst mal ein bisschen genauer hinzuschauen, welche Gefühle in dir sind und, dass du den Mut findest, offen darüber zu sprechen.


Alles Liebe,

Lexa





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